Zukunft. Weiterbildung. Handwerk.

Projekte

InnoVET-Projekt ProNet Handwerk

Das Projekt „ProNet Handwerk“ entwickelt modulare, gewerkeübergreifende Blended Learning Fortbildungen „Smart Living and Working“ mit den Abschlüssen Bachelor Professional und Master Professional, einen E-Campus inklusive Onlineprüfungssoftware und Weiterbildungsangebote für das Bildungspersonal. Damit soll die Attraktivität der beruflichen Bildung im Handwerk insgesamt gesteigert werden.

Förderung:  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Verbundkoordination: Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e. V. (ZWH)

Partner: HWK Dresden, HWK Erfurt, HWK Niederbayern-Oberpfalz, Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik, Institut für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH, Hochschule Ruhr West

Laufzeit: 01.10.2020 – 30.09.2024

Ausgangslage

Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel, Ressourcenverknappung, steigende Bevölkerungszahlen in Städten und der demografische Wandel werden die zukünftigen Leistungen des Handwerks, insbesondere im Bau- und Ausbaugewerbe, stark verändern.

Die Tätigkeitsprofile des Handwerks verschieben sich kontinuierlich zu höheren Qualifikationsanforderungen. Gleichzeitig kämpft das Handwerk um Nachwuchs und den Verlust von Fachkräften.

Um auf die zukünftigen Tätigkeitsprofile angemessen vorzubereiten und die Attraktivität und Wertigkeit der beruflichen Bildung im Handwerk nachhaltig zu steigern, bedarf es neuer differenzierter Wege innerhalb der höherqualifizierenden Berufsbildung im Handwerk.

Aktuell werden die Fachkräfte im Handwerk kaum systematisch für die Zusammenarbeit an Gewerkeschnittstellen ausgebildet. Die Förderung der gewerkeübergreifenden Kooperation im Bau- und Ausbaubereich wird schon seit vielen Jahren gefordert und wird bisher aber von der überwiegend rein berufsspezifisch ausgerichteten Aus- und Weiterbildung im Handwerk noch nicht hinreichend aufgegriffen.

Der Schritt hin zur kooperativen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller am Planungs- und Bauprozess Beteiligten kann als „Kulturwandel” verstanden werden und verlangt neue Rollen und Funktionen, um die reibungslose Kooperation zu organisieren. Das handwerkliche Bau- und Ausbaugewerbe benötigt neue, erweiterte Kompetenzen, um neue Rollen und Aufgaben übernehmen zu können.

Neben der Nutzung von Building Information Modeling (BIM) zur vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und weiteren Bauwerken können Handwerksbetriebe auch von Technologien wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) profitieren.

Digitale Vernetzung und die Nutzung von 3D-Technologien werden in zunehmendem Maße Instruktions- und Anleitungsprozesse im betrieblichen Alltag erweitern und optimieren. Damit Lernende sie nutzen können, ist eine Lernumgebung erforderlich, die die standortübergreifende Vernetzung und die Möglichkeit dreidimensionaler Darstellungen erfüllt.

Für die Schulung des Bildungspersonals wird handwerkskammerseitig ein großer Bedarf sowohl für die Kompetenzerweiterung in Hinblick auf Präsenz- als auch für das onlinegestützte Lehren und Lernen konstatiert. Denn das gesamte Bildungspersonal steht vor der Herausforderung, sowohl auf eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt vorzubereiten als auch moderne digitale Lernmanage-mentsysteme zur Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen zu nutzen.

Projektziele

Um das Handwerk angemessen auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten, werden mit dem Innovationsprojekt neue Konzepte entwickelt, welche einen nachhaltigen Mehrwert für das Handwerk schaffen sollen. Hierbei handelt es sich um moderne Fortbildungsberufe zur Förderung digitaler Innovationen, die Erschließung neuer Geschäftsfelder, die Ermöglichung neuer Aufstiegswege in den Betrieben und auf der Baustelle sowie einen Image-Gewinn für das gesamte Handwerk.

Das Verbundprojekt ProNet Handwerk (Professionalisierung und Vernetzung im Handwerk) wird vier wesentliche Instrumente entwickeln:

Über modulare, gewerkeübergreifende Fortbildungskonzepte im Themenbereich „Smart Living and Working“ mit angestrebten Berufsabschlüssen auf den DQR-Stufen 6 (Bachelor Professional) und 7 (Master Professional) werden moderne Fortbildungen im Handwerk etabliert.

Bedarfsgerechte Weiterbildungen für das Bildungspersonal im Handwerk fördern die didaktisch-methodischen Kompetenzen sowie die Medien- und IT-Kompetenzen im digitalen Wandel.

Ein E-Campus wird als Basis für standortübergreifende, kooperative Arbeits- und Lernprozesse sowie Netzwerkarbeit unter Einbeziehung neuer digitaler Lern- und Arbeitstechnologien bereitgestellt.

Für die Kompetenzfeststellungen nach Abschluss der einzelnen Module und für die Abschlussprüfungen wird eine Prüfungssoftware für Online-Prüfungen integriert.

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