Zukunft. Weiterbildung. Handwerk.

Projekte

IQ Multiplikatorenprojekt

Maßnahmen zur Umsetzung des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung – IQ“ zur Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Europäischer Sozialfonds (ESF)

Partner: Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH (ebb), Charta der Vielfalt e.V., DGB Bildungswerk Bund (Support Faire Integration)

Laufzeit: 01.01.2019 – 31.12.2022

Ausgangslage

Das Förderprogramm “Integration durch Qualifizierung (IQ)” verfolgt das Ziel, die Arbeitsmarktintegration erwachsener Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Seit 2005 werden entsprechende Konzepte, Instrumente und Handlungsempfehlungen entwickelt und umgesetzt.

In Deutschland leben im Jahr 2017 rund 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, das entspricht . 23,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Davon sind 9,4 Mio. Ausländer und 9,8 Mio. Deutsche mit Migrationshintergrund. In beiden Gruppen zusammen haben 8,1 Mio. Menschen eigene Migrationserfahrungen.

Migrantinnen und Migranten sind mehr als doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund. 39,1 Prozent verfügen nicht über einen anerkannten Berufsabschluss, gegenüber 14,1 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund (2016). (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung). In den letzten Jahren verzeichnet Deutschland eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere von Menschen aus EU-Staaten und den Krisenregionen der Welt. Viele von ihnen verfügen über berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen, die für den deutschen Arbeitsmarkt eine Bereicherung sein könnten, hierzulande allerdings oft nicht anerkannt werden. Beratungen zu den Themen Anerkennung, Teilanerkennung oder möglicher (Weiter)-Qualifizierungen sind daher von großer Bedeutung.

Dazu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ initiiert. Das Förderprogramm zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab und unterstützt die Umsetzung des am 1. April 2012 in Kraft getretenen „Anerkennungsgesetzes“ (Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen).

Inhalt des Förderprogramms

In der aktuellen 2. Förderrunde geht es weiter darum, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Personen mit Migrationshintergrund sollen die erforderlichen Qualifikationen bekommen, die zur vollen Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen benötigt werden oder die eine bildungsadäquate Erwerbsmöglichkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermöglichen.

Das Förderprogramm beinhaltet vier Handlungsschwerpunkte:

Handlungsschwerpunkt 1: Anerkennungsberatung

Ziel der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des IQ Netzwerks ist die qualifikationsgerechte und nachhaltige Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Menschen mit im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen werden von einem Netzwerk erfahrener und kompetenter IQ Beratungsstellen unterstützt. Die Ratsuchenden werden auf ihrem Weg in und durch die Anerkennungsverfahren, die Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen und in Einzelfällen bis hin zur qualifikationsadäquaten Beschäftigung begleitet.

Handlungsschwerpunkt 2: Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext Anerkennungsgesetz

Die Teilprojekte im Handlungsschwerpunkt 2 des Förderprogramms IQ konzentrieren sich auf Anpassungs- oder Nachqualifizierungen, um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu unterstützen. Für eine volle Gleichwertigkeit notwendige Qualifikationen können nach einer Bescheinigung von „Teilweiser Gleichwertigkeit“ oder „Ablehnung der Gleichwertigkeit“ im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme ausgeglichen werden.

Die in der 1. Förderrunde entwickelten Modelle für Qualifizierungen im Kontext der Anerkennungsgesetzgebung werden in die Fläche gebracht:

  • Qualifizierungsmaßnahmen bei reglementierten Berufen,
  • Anpassungsqualifizierungen im Bereich des dualen Systems,
  • Brückenmaßnahmen für Akademikerinnen und Akademiker und
  • Vorbereitung auf die Externenprüfung bei negativem Ausgang/ Prognose des Anerkennungsverfahrens

Ziel ist es, in den Bundesländern eine hohe Bandbreite an Berufsfeldern abzudecken, die von Anerkennungssuchenden am häufigsten nachgefragt werden und die häufig auch auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland stark nachgefragt werden.

Handlungsschwerpunkt 3: Interkulturelle Kompetenzentwicklung der zentralen Arbeitsmarktakteure

Im dritten Schwerpunkt des Förderprogramms IQ steht der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung interkultureller Kompetenzen im Mittelpunkt. In der engen Zusammenarbeit und dem direkten Austausch mit Jobcentern, Agenturen für Arbeit, kommunalen Verwaltungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen und deren Organisationen geht es insbesondere darum, kulturbedingte Hürden zu identifizieren, diese praxisnah und nachhaltig abzubauen und interkulturelle Öffnungsprozesse anzustoßen sowie Diskriminierungen abzubauen. Die Angebote der Fachstellen und Landesnetzwerke richten sich u. a. an Unternehmen, Kommunen, Arbeitsagenturen und Jobcenter.

Handlungsschwerpunkt 4 Regionale Fachkräftenetzwerke – Einwanderung

Im neuen Handlungsschwerpunkt geht es insbesondere darum, als regionale Plattform Initiativen und Akteure im Bereich Fachkräfteeinwanderung zusammenzuführen und konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu initiieren und umzusetzen. Dabei sollen die bestehenden Initiativen zur Fachkräftesicherung nicht ersetzt oder kopiert, sondern vielmehr bestehende oder neu gegründete Fachkräftenetzwerke und -initiativen um Elemente im Bereich der Fachkräfteeinwanderung ergänzt bzw. mit ihnen kooperiert werden. Ein verbindliches Kriterium für die Förderung soll daher sein, nachweislich bei der Markterkundung, Konzeption und Umsetzung mit den Fachkräftenetzwerken sowie -initiativen und dem Innovationsbüro Fachkräfte für die Region zusammenzuarbeiten. Zudem ist ein enger Austausch mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) vorgesehen.

Finanzierung des IQ Programms

Das Förderprogramm IQ wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten überwiegend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert, kofinanziert durch Mittel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Handlungsschwerpunkte 3 und 4 werden ausschließlich aus Bundesmitteln finanziert.

Projektstruktur und Auftrag

Akteure im Netzwerk IQ sind neben den sechzehn Landesnetzwerken sowie ihren 365 Teilprojekten die fünf IQ Fachstellen „Beratung und Qualifizierung“, „Berufsbezogenes Deutsch“, „Migrantenökonomie“, „Interkulturelle Kompetenzentwicklung“, „Antidiskriminierung“ und „Einwanderung“. Diese unterstützen die Landesnetzwerke und Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung mit ihrer Expertise. Die Landesnetzwerke arbeiten dabei eng mit Arbeitsmarktakteuren wie der Bundesagentur für Arbeit, Jobcentern, Kammern und weiteren Beratungsstellen zusammen.

Das von der ZWH getragene IQ Multiplikatorenprojekt organisiert die Umsetzung des IQ Förderprogramms auf Bundesebene. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm, fördert den Transfer guter Praxis innerhalb und außerhalb des Programms und sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung. Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse in die Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit und die Fachöffentlichkeit.

Weitere Informationen zum IQ Förderprogramm Integration und Qualifizierung:
www.netzwerk-iq.de

Arbeitsschwerpunkte

Das IQ Multiplikatorenprojekt der ZWH e.V.

Das IQ Multiplikatorenprojekt der ZWH e.V. unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des IQ Programms auf Bundesebene durch Grafikdienstleistungen und individuelle Beratung zur Umsetzung des Corporate Designs (CD), des „IQ Styleguide” und des „IQ Web-Styleguide“. Es ist für die Grafische Konzeption, das Layout, die Produktion und den Versand von bundesweiten IQ Materialien zuständig. Es stellt den Netzwerkpartnern themen- und zielgruppenorientierte Bildmotive für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.

Es stellt das „Virtuelle Klassenzimmer“ für das IQ Programm bereit und unterstützt die Fachstellen und Teilprojekte bei der Durchführung von E-Learning-Angeboten durch individuelle Beratung und Schulungen . Die ZWH e.V. übernimmt das Veranstaltungsmanagement für bundesweite IQ Veranstaltungen (IQ Netzwerkforum, IQ Kongress).
Als Zuwendungsempfänger managt die ZWH e.V. auch die Mittelverwaltung und finanztechnische Abwicklung für die übrigen Kooperationspartner im IQ Multiplikatorenprojekt. Darüber hinaus begleitet sie die Finanznetzwerktreffen mit Projektleitungen und/oder Finanzverantwortlichen der Fachstellen und Landesnetzwerke.

Die ZWH e.V. gibt die Zeitschrift CLAVIS heraus – ein Arbeitsmarkt- und Integrationsmagazin, das die berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten unterstützt. Ausführlich kommen hier engagierte unterschiedliche Sichtweisen und Stimmen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort.

Im Handlungsschwerpunkt 4: Regionale Fachkräftenetzwerke – Einwanderung unterstützt die ZWH e.V. Handwerksorganisationen dabei, Menschen mit Migrationshintergrund zu beraten, zu qualifizieren und in Ausbildung oder Arbeit zu integrieren. Das Projekt fördert die Vernetzung der Handwerksorganisationen mit regionalen IQ Teilprojekten und vergleichbaren Angeboten sowie die Verankerung von Integration und Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund in regionalen Fachkräfteinitiativen. Ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks sollen Migrantinnen und Migranten für die Aufnahme einer Ausbildung, beruflichen Qualifizierung und Berufstätigkeit im Handwerk gewinnen.

Ihr Ansprechpartner:

Christoph Eckhardt,
Projektleiter IQ Multiplikatorenprojekt im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“

ZWH e.V.
Sternwartstraße 27-29
40223 Düsseldorf

Tel: 0211/30 20 09-29
Fax: 0211/302009-99
E-Mail: ceckhardt@zwh.de

Das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ)

Das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ) bei unserem Kooperationspartner „Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung (ebb) in Köln fördert den Ergebnistransfer und die bundesweite Verbreitung. Das umfasst:

  • Fachliche Begleitung der Projektumsetzung von Landesnetzwerken und Fachstellen
  • Optimierung der Strukturen für Wissensmanagement und Kommunikation, um den Fachaustausch und den Transfer guter Praxis zwischen Landesnetzwerken und Fachstellen zu gewährleisten
  • Bundesweite Öffentlichkeitsarbeit: Internetredaktion, Konzeption und Redaktion des Fachmagazins “IQ konkret” und weiterer Fachpublikationen sowie Entwicklung und
  • Umsetzung neuer Formate für die Bekanntmachung des Programms
  • Konzeption und Durchführung von Transferveranstaltungen

Für die Handlungsschwerpunkte drei und vier übernimmt die ebb GmbH zusätzlich:

  • Unterstützung des BMAS bei Steuerungsaufgaben
  • Monitoring sowie vertiefende Untersuchungen zu Teilaspekten in den Handlungsschwerpunkten drei und vier
  • Internationales Marketing: Positionierung von IQ in der internationalen Fachöffentlichkeit
  • Identifizierung und Verbreitung internationaler Good Practice

Weitere Informationen:
www.ebb-bildung.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Sabine Schröder,
Projektleitung Multiplikatorenprojekt Transfer im „Förderprogramm Integration durch Qualifizierung (IQ)“

Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH (EBB)
Lungengasse 48-50
50676 Köln

Telefon: 0221/932981-21
Mobil: 0160/7442611
Mail: sabine.schroeder@ebb-bildung.de

IQ Multiplikatorenprojekt – Support Faire Integration

Support Faire Integration ist eine Unterstützungsstruktur für die Beratungsstellen Faire Integration innerhalb des Netzwerk IQ. Das Projekt wird vom DGB Bildungswerk BUND durchgeführt.

Aufgaben und Inhalte des Projekts sind die Unterstützung der Beratungsstellen, z.B. durch das Erstellen von Informationsmaterialien und Öffentlichkeitsarbeit sowie als Second Level Support in der direkten Beratungsarbeit. Darüber hinaus bietet Support Faire Integration an drei Standorten (Dortmund, Frankfurt am Main, Nürnberg) auch Beratung an und unterstützt dadurch die Beratungsstellen von Faire Integration vor Ort. Support Faire Integration arbeitet eng mit dem DGB-Projekt Faire Mobilität und den DGB-Gewerkschaften zusammen.

Weitere Informationen:
www.faire-integration.de

Ihr Anprechpartner:

Jochen Empen

Support Faire Integration
Kapweg 4, 13405 Berlin

Telefon: 030/212 40-543
E-Mail: sfi@dgb-bildungswerk.de

IQ Multiplikatorenprojekt - Charta der Vielfalt e.V.

Das Projekt organisiert in jedem Jahr den Deutschen Diversity-Tag, gefördert aus dem Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ). Der 7. Deutsche Diversity-Tag fand am 28. Mai 2019 statt. Es fanden bundesweit über 2.500 Aktionen statt – das sind 25% mehr als im Vorjahr – und es beteiligten sich über 700 Organisationen. Am Deutschen Diversity-Tag stellen alle Beteiligten eine Aktion zum Thema Diversity in Ihrer Organisation auf die Beine und sensibilisieren Ihre Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen oder die Öffentlichkeit für das Thema Vielfalt.

Weitere Informationen:
www.charta-der-vielfalt.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Corina Christen, Projektleiterin

Charta der Vielfalt e.V.
Albrechtstraße 22
10117 Berlin

Telefon: 030/8471-1221
Mail: corina.christen@charta-der-vielfalt.de

Weitere Informationen:

www.netzwerk-iq.de

clavis – das Arbeitsmarkt- und Integrationsmagazin:

logoleiste_iq_zwh