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Projekte

NetQA – NETZWERK QUALIFIKATIONSANALYSEN

Aufbau einer bundesweiten nachhaltigen Expertise- und Netzwerkstruktur zur Durchführung von Qualifikationsanalysen im Rahmen von § 14 BQFG

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner: Bundesinstitut für berufliche Bildung (bibb), Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT), Handwerkskammer Berlin, Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg, Handwerkskammer Koblenz, IHK Foreign Skills Approval (IHK FOSA), Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg, saar.is – saarland.innovation&standort e. V.

Laufzeit: 01.01.2019 – 31.12.2021

Ausgangslage

Seit 2012 bietet des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) allen, die einen Berufsabschluss im Ausland erlangt haben, die Möglichkeit, diesen in Deutschland anerkennen zu lassen. Können die für das Anerkennungsverfahren notwendigen Nachweise unverschuldet nicht beigebracht werden oder enthalten die Unterlagen zu wenige Informationen über Inhalt und Dauer der Ausbildung, können die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten laut § 14 BQFG durch ein sonstiges geeignetes Verfahren nachgewiesen werden. Im Projekt „Prototyping“ (2011–2014) wurde ein solches Verfahren für die Handwerkskammern und die Industrie- und Handelskammern entwickelt und erprobt und im Projekt „Prototyping Transfer“ (2015–2018) im IHK- und HWK-Bereich ausgerollt. In beiden Projekten hatte ZWH die Aufgabe, die Berufsexpertinnen und -experten sowie die Anerkennungsberatenden in den Kammern zu schulen. Dafür wurde ein entsprechendes Seminarkonzept entwickelt und eingesetzt.

Kurzdarstellung und Projektziele

Ziel des Projekts „NetQA – Netzwerk Qualifikationsanalysen“ ist es, das Know How der Kammern, die das Verfahren bereits einsetzen, zu bündeln und ihre Expertise für andere Kammern nutzbar zu machen. Auf diese Weise sollen Hemmnisse abgebaut werden, das Verfahren einzusetzen. Zusätzlich sollen durch die Bildung von Netzwerken auch andere Akteure über das Verfahren informiert werden, um es so bekannter zu machen.

Die ZWH übernimmt dabei die Aufgabe, die Berufsexpertinnen und -experten sowie die Anerkennungsberatenden zu schulen. Die Schulung erfolgt auch weiterhin in Präsenzseminaren. Diese werden stärker an die Zielgruppe und an die unterschiedlichen Prozessabläufe im IHK- und HWK-Bereich angepasst. Zusätzlich werden alternative Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, damit sich Mitarbeitende in den zuständigen Stellen auch ortsunabhängig zum Thema Qualifikationsanalysen weiterbilden können. Dafür wird eine Lernplattform zur Verfügung gestellt, über die Webinare zu verschiedenen Themen rund um die Qualifikationsanalyse angeboten werden.

Unterstützungsangebote des Projekts auf einen Blick

  • Starthilfe bei der Organisation von Qualifikationsanalysen
    Die Verbundprojektpartner stellen anderen zuständigen Stellen ihre Expertise und Erfahrung zur Verfügung und begleiten diese bei der Durchführung der ersten Qualifikationsanalysen.
  • Schulungen für Anerkennungsberatende sowie Fachexpertinnen und Fachexperten
    In Ein-Tages-Schulungen lernen Anerkennungsberatende und Berufsexpertinnen und Berufsexperten, worauf es bei der Vorbereitung und Durchführung von Qualifikationsanalysen ankommt. Ergänzt werden diese Präsenzseminare durch Webinare und digitale Lerninhalte zur Vertiefung bzw. Auffrischung des Gelernten.
  • Förderung des Netzwerks von zuständigen Stellen zum Thema QA
    Die Expertise und Erfahrungen der Projektpartner bei der Durchführung von Qualifikationsanalysen werden über das bundesweite Netzwerk und in regionalen Arbeitskreisen in die Transferregionen getragen.
  • Arbeitshilfen und Handreichungen
    Der Expertise- und Wissenspool ist für Mitarbeitende in den zuständigen Stellen zugänglich und bietet Informationen zur Durchführung von Qualifikationsanalysen, Handreichungen für Anerkennungsberatende und Fachexpertinnen und Fachexperten, aber auch Vorlagen und benötigte Formulare.
  • Finanzielle Förderung
    Die Durchführung von Qualifikationsanalysen ist aufwendiger als das normale Anerkennungsverfahren mit reiner Dokumentenprüfung und verursacht damit meist höhere Kosten. Für Antragstellende, die an einer Qualifikationsanalyse teilnehmen möchten, diese aber nicht finanzieren können (z. B. über die Arbeitsagentur oder aus eigenen Mitteln) wurde der Sonderfonds „Qualifikationsanalysen“ eingerichtet. Er dient der nachrangigen Finanzierung von Qualifikationsanalysen für Antragstellende