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Projekte

Maßnahmen zur Umsetzung des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung – IQ“ zur Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Europäischer Sozialfonds (ESF)

Partner: Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH (ebb), Charta der Vielfalt e.V.

Laufzeit: 01.01.2015 – 31.12.2018

Ausgangslage

In Deutschland leben rund 16,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, was ca. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. In den letzten Jahren verzeichnet Deutschland zudem eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere aus EU-Staaten. Aktuell ist außerdem die verstärkte Zuwanderung von Asylsuchenden zu erwähnen, die weitere Herausforderungen bedeutet. Migrantinnen und Migranten sind etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund. Viele von ihnen verfügen über berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen, die für den deutschen Arbeitsmarkt eine Bereicherung sein könnten. Beratungen zu den Themen Anerkennung, Teilanerkennung oder möglicher (Weiter)-Qualifizierungen sind daher von großer Bedeutung.

Dazu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und
der Bundesagentur für Arbeit (BA) das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ initiiert. Das Förderprogramm zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab und unterstützt die Umsetzung des am 1. April 2012 in Kraft getretenen „Anerkennungsgesetzes“ (Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen).

Inhalt des Förderprogramms

Das Netzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ arbeitet seit 2005 an der Zielsetzung, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. In der Förderperiode 2015-2018 wurde das Förderprogramm um den Schwerpunkt „ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes“ erweitert.

Das Förderprogramm beinhaltet drei Handlungsschwerpunkte:

Handlungsschwerpunkt 1: Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung
Ziel der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des IQ Netzwerks ist die qualifikationsgerechte und nachhaltige Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Menschen mit im Aus-
land erworbenen Berufsqualifikationen werden von einem Netzwerk erfahrener und kompetenter IQ Beratungsstellen unterstützt. Die Ratsuchenden werden auf ihrem Weg in und durch die Anerkennungsverfahren, die Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen und in Einzelfällen bis hin zur qualifikationsadäquaten Beschäftigung begleitet.

Handlungsschwerpunkt 2: Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext der Anerkennungsgesetze
Die Teilprojekte im Handlungsschwerpunkt 2 des Förderprogramms IQ konzentrieren sich auf Anpassungs- oder Nachqualifizierungen, um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu unterstützen. Für eine volle Gleichwertigkeit notwendige Qualifikationen können nach einer Bescheinigung von „Teilweiser Gleichwertigkeit“ oder „Ablehnung der Gleichwertigkeit“ im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme ausgeglichen werden.

Handlungsschwerpunkt 3: Interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung
Im dritten Schwerpunkt des Förderprogramms IQ steht der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung interkultureller Kompetenzen im Mittelpunkt. In der engen Zusammenarbeit und dem direkten Austausch mit Jobcentern, Agenturen für Arbeit, kommunalen Verwaltungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen und deren Organisationen geht es insbesondere darum, kulturbedingte Hürden zu identifizieren, diese praxisnah und nachhaltig abzubauen und interkulturelle Öffnungsprozesse anzustoßen sowie Diskriminierungen abzubauen.

Das Förderprogramm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.

Projektstruktur und Auftrag

Akteure im Netzwerk IQ sind neben den sechzehn Landesnetzwerken sowie ihren 365 Teilprojekten die fünf IQ Fachstellen „Beratung und Qualifizierung“, „Berufsbezogenes Deutsch“, „Migrantenökonomie“, „Interkulturelle Kompetenzentwicklung“, „Antidiskriminierung“ und „Einwanderung“. Diese unterstützen die Landesnetzwerke und Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung mit ihrer Expertise. Die Landesnetzwerke arbeiten dabei eng mit Arbeitsmarktakteuren wie der Bundesagentur für Arbeit, Jobcentern, Kammern und weiteren Beratungsstellen zusammen.

Das von der ZWH getragene Multiplikatorenprojekt IQ organisiert die Umsetzung des Förderprogramms IQ auf Bundesebene. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm, fördert den Transfer guter Praxis innerhalb und außerhalb des Programms und sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung. Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse in die Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit und die Fachöffentlichkeit.

Arbeitsschwerpunkte

Die ZWH ist auch in der neuen Förderphase 2015-2018 für das Corporate Design des Programms sowie für die Erstellung des Magazins clavis verantwortlich. Sie hat zudem die Aufgabe der Veranstaltungsorganisation sowie der Produktion (Layout und Druck) von öffentlichkeitswirksamen Produkten. Außerdem stellt sie den Netzwerkakteuren ein „Virtuelles Klassenzimmer“ zur Verfügung, wodurch die Bereitstellung von individualisierten Lernangeboten und Qualifizierungsmaßnahmen gewährleistet wird.

Weitere Informationen:

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